Die gemütliche Atmosphäre in der Wohnung hängt nicht nur von durchdachten Möbeln und hochwertigen Reparaturen ab, sondern auch von einem angenehmen Mikroklima, das ständig in optimalem Zustand gehalten werden muss. Doch was genau versteht man unter Mikroklima? Aus welchen Faktoren besteht es? Und wie optimiert man das Mikroklima in der Wohnung?
Das Mikroklima in der Wohnung umfasst folgende Faktoren:
- Temperatur der Luft und der umgebenden Oberflächen: Der ideale Bereich liegt zwischen 22 und 25 Grad Celsius.
- Relative Luftfeuchtigkeit: Der optimale Wert liegt bei 45-50 %. Zu trockene Luft kann zu Beschwerden und Austrocknung der Schleimhäute führen, während zu feuchte Luft das Wachstum schädlicher Bakterien und Mikroorganismen fördert.
- Ständiger Luftaustausch: Es ist wichtig, die Frischluftzufuhr und den Abtransport verschmutzter Luft sicherzustellen. Der empfohlene Luftdurchsatz beträgt 30 Kubikmeter pro Stunde.
- Saubere Luft: Regelmäßiges Lüften und Luftreinigung sorgen für ein frisches und gesundes Mikroklima.
- Keine Zugluft und stagnierende Orte: Die Geschwindigkeit des Luftstroms sollte im Winter nicht mehr als 0,2 Meter pro Sekunde und im Sommer bis zu 0,5 Meter pro Sekunde betragen, um Wärmeverteilung und Unannehmlichkeiten zu vermeiden.
- Niedriger Geräuschpegel: Die empfohlene Geräuschisolierung beträgt 30–40 Dezibel.
Die Hauptschwierigkeit liegt darin, dass diese Eigenschaften eines optimalen Mikroklimas miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Beispielsweise kann ein Temperaturanstieg die relative Luftfeuchtigkeit senken, ein erhöhter Luftaustausch kann zu Zugerscheinungen führen, während ein verringerter Luftaustausch zu einer Abstufung der Lufttemperatur führen kann.

Bei Luftstagnation, insbesondere im Winter, kann die Temperatur in Bodennähe um 3-5 Grad Celsius von der Temperatur unter der Decke abweichen oder sogar höher sein.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Schalldämmung, die den Raum vom Straßenlärm trennt, ein separater Parameter ist. Allerdings muss auch der Schallschutz mit gewissen Einschränkungen berücksichtigt werden. Eine vollständige Abdichtung kann die natürliche Belüftung mit allen Konsequenzen beeinträchtigen. Darüber hinaus wird Schallschutz häufig mit der Isolierung von Wänden, Fenstern und Türen kombiniert.
Der Zustand der Atmosphäre im Haus und die Wahl der Parameter haben großen Einfluss auf den Menschen. Wenn alle Parameter normal sind, fühlt sich eine Person gut. Ist die Temperatur jedoch zu hoch oder zu niedrig, treten bereits Beschwerden auf. Das Gleiche gilt auch für die Luftfeuchtigkeit, allerdings mit noch schädlicheren Folgen. Niedrige Luftfeuchtigkeit kann zu Trockenheit der Schleimhäute von Nase, Augen und Haut führen, während hohe Luftfeuchtigkeit die aktive Vermehrung schädlicher Bakterien und Mikroorganismen fördert. Auch Zugluft wirkt sich schädlich auf das Mikroklima aus und sollte vermieden werden.
Um ein angenehmes Mikroklima in der Wohnung zu schaffen, wird daher empfohlen:
- Lüften Sie den Raum regelmäßig und sorgen Sie für einen ständigen Luftaustausch. Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für einige Minuten, um frische Luft hereinzulassen.
- Verwenden Sie Thermostate, mit denen Sie die optimale Temperatur in der Wohnung aufrechterhalten können.
- Installieren Sie ein Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit zu überwachen. Je nach Bedarf können Sie Luftbefeuchter oder Luftentfeuchter verwenden.
- Halte den Raum sauber. Regelmäßig reinigen, Staub und Schmutz entfernen, um Luftverschmutzung zu vermeiden.
- Achten Sie auf Schallschutz. Erwägen Sie die Installation von Schallschutzmaterialien an Wänden, Fenstern und Türen, um das Eindringen von Straßenlärm zu reduzieren.
- Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit im Bad und in der Küche, wo sich tendenziell mehr Feuchtigkeit ansammelt. Der Einbau von Abluftsystemen kann helfen, eine Überfeuchtung zu vermeiden.
Die Bereitstellung eines angenehmen Mikroklimas in der Wohnung trägt dazu bei, eine gemütliche und gesunde Umgebung für Sie und Ihre Familie zu schaffen.
Grundlagen zum Aufbau eines Mikroklimas
Wie geht das? Wie kontrolliert man das Mikroklima? Die Grundidee besteht darin, dass alle Parameter auf natürliche Weise mit minimalem menschlichen Eingriff reguliert werden, ohne dass sich einer von ihnen zu aktiv und häufig ändert.
Belüftung
Die Wirksamkeit der natürlichen Belüftung besteht darin, dass ständig Frischluft in die Wohnung einströmt und verbrauchte Luft durch Abluftöffnungen in Küche und Bad abgeführt wird. Die größte Herausforderung für die natürliche Belüftung und das Mikroklima in modernen Wohnungen sind jedoch hermetische Kunststofffenster. Daher ist es zwingend erforderlich, neben Fensteröffnungen Lüftungsventile oder Lüftungskanäle zu installieren, um einen normalen Luftaustausch mit der Außenumgebung zu gewährleisten.
Um das Eindringen von Staub und Flusen von der Straße zu verhindern, können die Lüftungsspalte mit Filtern ausgestattet werden.
Wichtig sind auch Abstände zwischen Boden und Innentüren bzw. Lüftungsschlitze in der Tür selbst, um eine ungehinderte Luftbewegung von den Fenstern durch den Flur zu den Lüftungskanälen zu gewährleisten.

Lüftungskanäle sind so konzipiert, dass sie einen natürlichen Luftstrom von Innenräumen in die Außenumgebung erzeugen. Allerdings funktioniert dieses System nicht immer effektiv. Beispielsweise kann es in Hochhäusern ab dem fünften oder sechsten Stockwerk zu Problemen mit der Luftströmung kommen, da eine übermäßige Belüftungsbelastung aus den unteren Stockwerken zu einer umgekehrten Luftströmung im Raum führen kann. In solchen Fällen kann es erforderlich sein, einen regelbaren Ventilator zu installieren, der für den erforderlichen Luftaustausch sorgt.
Wenn möglich, empfiehlt sich der Einbau einer Zwangsbelüftung mit Verteilung über Lüftungskanäle und Vorluftaufbereitung. Dies ist die effektivste Ausrüstung zur Schaffung eines angenehmen Mikroklimas, da sie gleichzeitig Aufgaben wie Heizung, Kühlung, Feuchtigkeitserhaltung und Luftreinigung lösen kann und dabei effizienter und wirtschaftlicher ist. Es ist jedoch zu bedenken, dass ein solches System teurer sein kann.
Temperatur
Die Temperatur in der Wohnung hängt direkt von einer hochwertigen und richtigen Wärmedämmung ab. Es gewährleistet die Wärmespeicherung im Winter und die Vermeidung von Überhitzung im Sommer. Für die Heizung ist die Heizung zuständig, für die Kühlung die Klimaanlage. Es ist möglich, alle Muster und Prinzipien der Wärmeverteilung in der Wohnung sehr detailliert zu beschreiben, daher ist es besser, einen separaten Artikel hervorzuheben, in dem sie detaillierter betrachtet werden. Wir beschränken uns hier auf die Auflistung der wichtigen Punkte.
Die Effizienz von Heiz- und Kühlsystemen sollte unter Berücksichtigung einer ordnungsgemäßen Belüftung und eines Luftaustauschs berechnet werden. Es ist nicht akzeptabel, die Raumabdichtung als Mittel zur Wärmeerhaltung zu nutzen.
Die Anordnung der Heizkörper, die Anordnung der Fußbodenheizung und die Verteilung der Rohre sollen eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum durch Konvektion und die Vermeidung von Zugluft gewährleisten. Heizkörper müssen den gesamten Bereich unter den Fensteröffnungen abdecken, um einen thermischen Vorhang zu bilden.
Die Wanddämmung sollte von außen erfolgen, um ein Einfrieren der Wände und eine Taupunktbildung im Raum zu vermeiden.

Das Heizsystem muss regelbar sein. Eine Überhitzung ist ungeeignet, denn nur durch aktives Lüften des Raumes kann eine angenehme Temperatur gewährleistet werden.
Es läuft alles darauf hinaus, dass die Temperatur in der Wohnung von vielen Faktoren abhängt und unter Berücksichtigung aller anderen Parameter des Mikroklimas aufrechterhalten wird. Die richtige Wärmedämmung, der Standort der Heizkörper, die Konfiguration der Fußbodenheizung und die Regulierung der Heizungsanlage sind wichtige Aspekte, um eine angenehme Temperatur in der Wohnung zu gewährleisten.
Feuchtigkeit
Es ist zu beachten, dass für die Aufrechterhaltung eines angenehmen Mikroklimas in der Wohnung die relative Luftfeuchtigkeit wichtig und nicht die absolute ist. Die relative Luftfeuchtigkeit definiert den Feuchtigkeitsgehalt der Luft in Prozent, während die absolute Luftfeuchtigkeit in Gramm pro Kubikmeter gemessen wird.
Die relative Luftfeuchtigkeit hängt von der Temperatur ab. Wenn beispielsweise die relative Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur von 25 °C 50 % beträgt, beträgt sie bei einem Temperaturabfall von 5 °C etwa 68 %. Steigt die Temperatur um die gleichen 5°C, beträgt die Luftfeuchtigkeit etwa 36%.
Um eine normale Luftfeuchtigkeit von 45-50 % zu gewährleisten, ist es wichtig, plötzliche Temperaturschwankungen zu vermeiden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frischluftzufuhr. Im Winter, wenn die kalte Luft in Innenräumen erwärmt wird, verliert sie ihre Feuchtigkeit, was zu einer Übertrocknung der Innenluft führen kann. Im Sommer erfolgt der umgekehrte Vorgang, allerdings mit einem zusätzlichen Faktor: Bei heißem Wetter ohne Niederschlag kann die Luft sehr wenig Feuchtigkeit enthalten.

Zur Aufrechterhaltung einer normalen Luftfeuchtigkeit werden meist Luftbefeuchter eingesetzt, die dem Raum Wasserdampf zuführen. Andernfalls kann aktives Lüften helfen, überschüssige Feuchtigkeit aus der Wohnung zu entfernen.
Saubere Luft
Die Luft in der Wohnung sammelt ständig viel Schadstoffe an. Dies können Staub, Partikel abgestorbener Haut, Tierhaare, beim Atmen freigesetztes Kohlendioxid, mikroskopisch kleine Fetttröpfchen und Rauchpartikel sein, die beim Kochen in der Küche entstehen. Durch die ständige Luftbewegung in der Wohnung wird Staub in die Luft aufgewirbelt, was das Atmen erschweren kann. Um die Luft in der Wohnung zu reinigen, können verschiedene Methoden angewendet werden:
- Luftaustausch durch eine Lüftungsanlage: Hierbei handelt es sich um eine Methode, verschmutzte Luft aktiv abzuführen und Frischluft von außen zuzuführen. Ein regelmäßiger Luftaustausch trägt dazu bei, die chemische Zusammensetzung der Luft und den richtigen Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt aufrechtzuerhalten.
- Luftfiltration: Die Verwendung von Filtern hilft, Schmutz, Staub und andere schädliche Partikel im Belüftungssystem oder in der Nähe der Auslassöffnungen zu halten. Dies trägt dazu bei, die Luftqualität in der Wohnung zu verbessern.
- Regelmäßige Reinigung: Regelmäßiges Nassreinigen und Staubsaugen aller Oberflächen in der Wohnung trägt wesentlich zur Reduzierung der Luftverschmutzung bei. Dies trägt dazu bei, Staub und andere Verunreinigungen unter Kontrolle zu halten.
Wenn Sie über die Wahl eines Luftbefeuchters nachdenken, ist es besser, ein Gerät zu wählen, das über eine Filterfunktion und die Fähigkeit verfügt, die Luft zu waschen. Dadurch wird die Luft nicht nur befeuchtet, sondern auch von Schadstoffen und schädlichen Partikeln gereinigt, wodurch ein gesünderes Mikroklima in der Wohnung entsteht.
Schallschutz
Der effektivste Schallschutz in einer Wohnung wird oft mit technologischer Isolierung und Wanddekoration kombiniert. Auch hermetische Fenster sowie die richtige Anordnung von Doppelverglasungen spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung des Lärmpegels. Eine hochwertige Schalldämmung ist daher nur durch eine ordnungsgemäße Abdichtung der Fenster und den Einsatz von Dämmstoffen mit geringer Schallleitfähigkeit möglich. Dies kann durch die Einhaltung der oben genannten Regeln erreicht werden, die ein regelmäßiges Öffnen der Fenster zum Lüften überflüssig machen.
Es ist zu beachten, dass bei einer hochwertigen Konstruktion des Lüftungssystems nur einige Geräte erforderlich sind, um ein angenehmes Mikroklima aufrechtzuerhalten, beispielsweise ein Luftbefeuchter und eine Klimaanlage. Andere Geräte wie Konvektoren, Ventilatoren, Ionisatoren und Luftfilter sind für die ordnungsgemäße Funktion des Lüftungssystems möglicherweise nicht erforderlich.
